Frankreich gibt Microsoft auf und stellt auf Linux um, um digitale Souveränität zu erlangen - und es ist nicht das einzige Land!

Mit seiner jüngsten Ankündigung reiht sich Frankreich in die Liste der Länder ein, die eine digitale Souveränität anstreben. Dies ist Teil einer größeren Bewegung, die als "digitale Souveränität" bezeichnet wird und darauf abzielt, die Abhängigkeit von US-amerikanischen Big-Tech-Unternehmen wie Microsoft, Meta oder Google zu verringern und sich von diesen Vendor Lock-ins zu lösen.

Frankreich gibt Microsoft auf und stellt auf Linux um, um "digitale Souveränit" zu erlangen – und es ist nicht das einzige Land!

Im April 2026 kündigte der französische Minister für öffentliche Finanzen, Daniel Amiel, den Plan Frankreichs an, alle Regierungscomputer - die Computer von 2,5 Millionen Beamtinnen und Beamten - von Microsoft auf Linux umzustellen. Die Ankündigung des Ministers ist Teil eines größeren Trends namens "digitale Souveränität". In diesem Beitrag erhalten Sie einen Überblick darüber, was dies genau bedeutet und welche Länder bereits erste Schritte unternommen haben, um sich von Big Tech zu befreien und digital unabhängig zu werden.


Frankreich verabschiedet sich vollständig von Microsoft

Frankreichs jüngste Ankündigung, Microsoft durch Linux zu ersetzen, folgt auf eine lange Reihe von Anzeichen, die zeigen, dass dieses europäische Land es ernst meint mit der digitalen Souveränität.

Tatsächlich ist die digitale Souveränität zu einem zentralen Thema der Präsidentschaft von Emmanuel Macron geworden, als er während des Gipfeltreffens zur europäischen digitalen Souveränität erklärte, dass private und öffentliche Akteure nun gemeinsam die Entwicklung und vollständige Übernahme europäischer Technologien beschleunigen müssen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Land weiterhin Maßnahmen ergreift, um digital unabhängiger zu werden.

Die französische Region Okzitanien mit ihren mehr als 6 Millionen Einwohnern hat bereits 2023 eine Strategie für digitale Unabhängigkeit gestartet. Aufgrund eines Kostenanstiegs bei den Microsoft-Verträgen der Region beschlossen die Entscheidungsträger pragmatisch, Microsoft aufzugeben und zu einer Open-Source-Lösung zu wechseln. In ähnlicher Weise haben auch die Städte Lyon und Marseille erste Schritte unternommen, um Microsoft durch Open-Source-Alternativen zu ersetzen.

Anfang dieses Jahres kündigte Frankreich an, bis Ende 2027 in allen Behörden außereuropäische Videoplattformen wie Zoom oder Microsoft Teams durch die in Frankreich entwickelte Plattform Visio zu ersetzen. Und jetzt, im April 2026, kündigte der Minister für öffentliche Finanzen Daniel Amiel den Plan des Landes an, seine 2,5 Millionen Regierungs-Desktops auf Linux umzustellen und Microsoft komplett zu verlassen.

Ziel der Regierung ist es, die Abhängigkeit von amerikanischen Technologieunternehmen zu verringern und die Kontrolle über kritische digitale Infrastrukturen zu erlangen. Daher plant Frankreich, stattdessen auf europäische Open-Source-Lösungen umzusteigen und aus einer langen Liste europäischer Alternativen zu wählen.

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Digitale Souveränität - Länderüberblick

Bild mit den flaggen der Länder, die bereits erste Schritte gemacht haben, umd digital souverän zu werden. Bild mit den flaggen der Länder, die bereits erste Schritte gemacht haben, umd digital souverän zu werden.

Zu den Ländern, die bereits erste Schritte zur digitalen Souveränität unternommen haben, gehören Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Dänemark und Österreich. Je größer die Bewegung wird, desto mehr Länder werden folgen.

Digitale Souveränität entwickelt sich zu einem Trend, und immer mehr Länder erkennen die Dringlichkeit, sich von den US-Big-Tech abzusetzen und digital unabhängig zu werden. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über alle europäischen Länder und Städte, die erste Schritte zur digitalen Souveränität unternommen haben.

Amsterdam

Anfang 2026 hat die Stadt Amsterdam eine mehrjährige Strategie für digitale Autonomie (2026-2035) veröffentlicht, die die Strategie der Stadt zur Erreichung der vollständigen digitalen Souveränität bis 2035 beschreibt.

Österreich

Im Sommer 2025 startete Österreich eine Initiative zur Erklärung der europäischen digitalen Souveränität und Unabhängigkeit durch die Umsetzung einer Charta zur digitalen Souveränität. Während des Gipfels zur digitalen Souveränität Europas, der im Winter desselben Jahres stattfand, wurde diese Charta von allen 27 Mitgliedern der Europäischen Union angenommen. Ziel ist es, die Eigenständigkeit Europas in Bezug auf die digitale Infrastruktur zu stärken, indem Open-Source-Lösungen gefördert werden, z.B. der Wechsel von Google Workspace zu Tuta Mail - einer E-Mail-Alternative für Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland hat.

Mit dem Digital Austria Act 2.0 als Grundlage für Österreichs digitale Strategie konzentriert sich das Land darauf, seine Abhängigkeit zu verringern und die digitale Sicherheit zu erhöhen, indem es sich auf Open-Source-Alternativen verlässt.

Dänemark verabschiedet sich von Microsoft

Im Sommer 2025 kündigte das dänische Ministerium für digitale Angelegenheiten an, dass alle seine Mitarbeiter mit Linux und LibreOffice anstelle von Microsoft arbeiten werden. Der Plan des Ministeriums ist es, sich vollständig von Microsoft zu lösen und deshalb auf Linux und LibreOffice umzusteigen, wie die Ministerin ankündigte. Der Grund für diesen strategischen Schritt ist, die digitale Souveränität in den Vordergrund zu stellen und die Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologieunternehmen zu verringern. Zudem bestärken die wiederholten Forderungen von US-Präsident Trump gegenüber Grönland den Wunsch des Landes, digital unabhängig von US-Tech-Unternehmen zu werden.

Deutschland

Im Frühjahr 2026 hat das Bundesministerium für Digitale Transformation und Staatsmodernisierung einen Rahmenplan veröffentlicht, der besagt, dass in Zukunft nur noch offene Formate wie das Open Document Format (ODF) für amtliche Dokumente zulässig sein werden. Damit löst das Ministerium faktisch Microsoft Word als Standard für seine Verwaltung ab. Offene Formate können somit als Schlüsselelemente für die Erlangung digitaler Souveränität dienen.

Dieser strategische Schritt ist Teil einer größeren deutschen Digitalstrategie mit dem Namen “Deutschland-Stack”, die darauf abzielt, die digitale Souveränität des Landes zu stärken. Das übergeordnete Ziel ist die verstärkte Nutzung von Open-Source-Software und die Speicherung von Daten innerhalb nationaler oder europäischer Strukturen.

Schleswig-Holstein nutzt LibreOffice

Das nördlichste Bundesland Deutschlands, Schleswig-Holstein, ist Vorreiter für die digitale Souveränität Deutschlands und wird zum Maßstab für digitale Souveränität, indem es Microsoft durch Open Source Linux als neue Standardsoftware für Office ersetzt. Ende 2025 gab das Land bekannt, dass es 80 % der Arbeitsplätze der Landesverwaltung - in Zahlen ausgedrückt sind das insgesamt 30.000 Arbeitsplätze - erfolgreich auf Linux umgestellt hat. Ein beeindruckender Meilenstein für die digitale Souveränität! Darüber hinaus gibt es neben der digitalen Souveränität noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Geldersparnis. Ab Juli 2026 erhöht der US-Technologieriese die Preise für Microsoft 365 um bis zu 16,7 %. Durch den Verzicht auf seine Dienste und den Wechsel zu digital souveränen Alternativen spart der Staat mehr als 15 Millionen Euro an Lizenzgebühren. Die Abkehr von Microsoft kann also auch ein wirtschaftlicher Gewinn sein!

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Hintergrund zur digitalen Souveränität

Bild von der EU-Flagge. Bild von der EU-Flagge.

Vor allem in europäischen Ländern ist ein Trend zu beobachten, US-amerikanische Technologieprodukte zu boykottieren und sie durch europäische Alternativen zu ersetzen. Denn es gibt europäische Alternativen auf dem Markt.

Kurz gesagt, der Begriff digitale Souveränität - einschließlich Cyber-, Technologie- und Datensouveränität - bezieht sich auf die Idee, eine unabhängige Kontrolle über die digitale Infrastruktur zu erlangen. Das übergeordnete Ziel ist die Schaffung eines sicheren digitalen Umfelds. Eine der Säulen für diese ist der Schutz der Privatsphäre und der Daten. Digitale Souveränität und Datenschutz gehen also Hand in Hand. Denn angesichts der heutigen Bedrohungen ist es dringender denn je, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten.

Besonders in europäischen Ländern ist ein Trend zu beobachten: der Boykott von US-Produkten, um sie durch europäische Alternativen zu ersetzen. Dieser Trend zur digitalen Souveränität wurde von Microsoft ausgelöst, als das Unternehmen das Konto des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan, deaktivierte.

Inzwischen haben viele Politiker und Entscheidungsträger verstanden, dass zu wenige digitale Anbieter zu viel Kontrolle haben. Und wir alle wissen, dass das wirtschaftliche Geschäftsmodell großer Technologieunternehmen wie Google, Meta oder Microsoft darauf beruht, große Mengen an persönlichen Daten ihrer Nutzer zu sammeln, um sie für Werbezwecke zu verkaufen - deshalb bieten sie ihre Dienste kostenlos an.

Die Bewegung der “digitalen Souveränität” hat mit der Eröffnung des Gipfeltreffens zur europäischen digitalen Souveränität in Berlin, Deutschland, an dem über 900 Branchenführer, Forscher und politische Entscheidungsträger teilnahmen, noch mehr an Bedeutung gewonnen. Dieser Meilenstein unterstreicht, dass die digitale Souveränität nicht nur ein Trend ist, der vielleicht in ein paar Monaten wieder verschwindet, sondern die Grundlage für die digitale Zukunft Europas bilden wird.

Abschließende Überlegungen

Bild, das Tuta und Linux als Alternativen zu Google zeigt. Bild, das Tuta und Linux als Alternativen zu Google zeigt.

Tuta Mail, ein europäisches Unternehmen für digitale Souveränität, bietet verschlüsselte Mail-, Kalender- und Speicherlösungen an, mit denen Sie sich von Microsoft lösen können.

Der Trend zur digitalen Souveränität wird immer stärker, da immer mehr Länder und Städte beginnen, sich von US-Tech-Unternehmen abzuwenden und stattdessen auf europäische Alternativen zu setzen.

Dies erinnert uns daran, dass wir nur gemeinsam digitale Unabhängigkeit erreichen können. Die oben genannten Länder, Regionen und Städte sind ein gutes Beispiel dafür, dass es möglich ist, sich von den US-amerikanischen Big Tech abzuwenden und stattdessen europäische Alternativen zu wählen.

Eine der europäischen Alternativen ist Tuta, ein Unternehmen, das quantensichere verschlüsselte E-Mail-, Kalender- und Speicherlösungen entwickelt. Die Server des Anbieters stehen nicht nur in Deutschland, sondern sind auch GDPR-konform.

In Zeiten, in denen Big Tech die Daten der Kunden nicht nur für Werbung, sondern auch für KI-Zwecke nutzt und missbraucht, sollte digitale Souveränität für die Behörden in der Europäischen Union keine Option sein, sondern ein Muss!

Illustration eines Telefons mit Tuta-Logo auf dem Bildschirm, daneben ein vergrößertes Schild mit einem Häkchen, das die hohe Sicherheit der Tuta-Verschlüsselung symbolisiert.