Die US-Regierung sperrt das KI-Modell von Anthropic – ein weiterer Beweis dafür, warum wir europäische digitale Souveränität brauchen!

In einem beispiellosen Schritt hat die US-Regierung unter Donald Trump die kürzlich von Anthropic veröffentlichten KI-Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“ aus Gründen der nationalen Sicherheit für alle Nutzer außerhalb der USA gesperrt. Erfahren Sie, warum dies besorgniserregend ist und was dies für die Zukunft bedeuten könnte!

US government shuts down Anthropic AI – another proof why we need European digital sovereignty!

Der Hype um künstliche Intelligenz (KI) hält an, während sich die Technologie rasant weiterentwickelt. Zu den führenden Unternehmen in der KI-Branche zählt Anthropic. Das Unternehmen sorgte im Juni für Schlagzeilen, als es seine fortschrittlichsten KI-Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“ weltweit nur drei Tage nach ihrer Veröffentlichung wieder abschaltete. Die Abschaltung erfolgte als Reaktion auf die Anordnung der US-Regierung, Anthropic den Zugriff auf seine KI-Modelle für ausländische Staatsangehörige aus Gründen der nationalen Sicherheit zu sperren. Hat die Trump-Regierung nun einen Präzedenzfall für eine neue Ära der technologischen Souveränität geschaffen?


Was ist Anthropic?

Bevor wir uns eingehend mit den jüngsten Entwicklungen befassen, die in der Cybersicherheitsbranche für einiges an Diskussionsstoff gesorgt haben, wollen wir zunächst die Grundlagen klären. Anthropic ist ein Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz, das vor allem für sein großes Sprachmodell Claude bekannt ist. Das von den ehemaligen OpenAI-Führungskräften Dario Amodei und Daniela Amodei gegründete Unternehmen konzentriert sich auf die sichere Entwicklung von KI und hat sich dabei auf „Constitutional AI“ spezialisiert.

Da der Hype um KI immer weiter zunimmt, wurde Anthropic kürzlich auf fast 1 Billion US-Dollar bewertet.

Die KI-Modelle „Mythos 5“ und „Fable 5“ von Anthropic

Im April 2026 brachte Anthropic sein Modell „Mythos 5“ auf den Markt, gefolgt vom Modell „Fable 5“ im Juni desselben Jahres. Beide KI-Modelle basieren auf demselben „Anthropic 5“-Modell. „Fable 5“ lässt sich am besten als „weniger leistungsstarke Version“ des „Mythos 5“-Modells beschreiben, da es mit einer Reihe zusätzlicher Sicherheitsvorkehrungen läuft. Ursprünglich wurde „Mythos 5“ einem breiteren Publikum vorenthalten, da Anthropic befürchtete, das Modell könnte zu fortschrittlich sein, um Software-Schwachstellen auszunutzen. Im April 2026 wurde „Mythos 5“ jedoch für eine kleine Gruppe vertrauenswürdiger Technologie- und Cyber-Unternehmen freigegeben, wobei die Sicherheitsvorkehrungen in einigen Bereichen aufgehoben wurden.

Was geschah?

Berichten zufolge äußerte Amazon-CEO Andy Jassy Bedenken hinsichtlich der Sicherheit bei Anthropic, was daraufhin dazu führte, dass die US-Regierung – unter Donald Trump – schnelle und drastische Maßnahmen ergriff. Die Regierung erließ eine sogenannte „Exportkontrollrichtlinie“, um jeglichen Zugriff auf Fable 5 und Mythos 5 durch ausländische Staatsangehörige (innerhalb oder außerhalb der Vereinigten Staaten) auszusetzen, was sogar ausländische Mitarbeiter von Anthropic betraf.

Infolgedessen sperrte Anthropic jeglichen Zugriff auf „Fable 5“ und „Mythos 5“, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Wie das Unternehmen erklärte, wäre es technisch nicht möglich gewesen, selektiv nur ausländische Staatsangehörige auszuschließen. Daher wurden beide KI-Modelle weltweit abgeschaltet.

Kurz gesagt: Die Trump-Regierung nutzte einen „Kill-Switch“, um den Zugang ausländischer Nutzer zu US-KI-Systemen zu unterbinden.

Hinweis: Dies hat keine Auswirkungen auf den Zugriff auf andere KI-Modelle von Anthropic, wie beispielsweise Claude.

Begründung der US-Regierung

Berichten zufolge hatten Forscher einen Weg gefunden, die Sicherheitsbarrieren von Fable 5 zu umgehen – also das System zu „jailbreaken“ –, was ein Cybersicherheitsrisiko darstellen könnte. Die US-Regierung befürchtet insbesondere, dass Nutzer Eingaben in das KI-Modell von Anthropic vornehmen könnten, die einen Weg finden würden, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, die dazu dienen, kriminelle Handlungen wie beispielsweise Cyberangriffe zu verhindern. Die Regierung befürchtet, dass die KI bei Geheimdiensten in Ländern wie China oder Russland eingesetzt werden könnte. Eine öffentliche Erklärung oder konkrete Details zu den Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit wurden von der Trump-Regierung jedoch nicht abgegeben.

Die Stellungnahme von Anthropic

Zum Hintergrund: Die jüngste Anordnung ist weder der erste noch der einzige Tiefpunkt in den angespannten Beziehungen zwischen Anthropic und Vertretern der US-Regierung. Der Streit begann, als das Unternehmen dem US-Militär die Nutzung seiner KI-Modelle für Massenüberwachung oder autonome Waffensysteme verweigerte. Dies veranlasste den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth daraufhin, Anthropic als „Risiko für die Lieferkette“ einzustufen, was Anthropic daran hindern könnte, Geschäfte mit der US-Regierung zu tätigen.

Im Hinblick auf den jüngsten Streit versucht das KI-Unternehmen, die Wogen zu glätten, und spricht lediglich von einem „Missverständnis“. In der vom Unternehmen veröffentlichten Erklärung heißt es weiter, dass es andere KI-Modelle gebe, die zu denselben Dingen fähig seien, die den Forschern Sorge bereiteten. Das Unternehmen betont zudem seine Bemühungen, „Fable“ und „Mythos“ so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Darüber hinaus erklärt Anthropic, „nicht der Ansicht zu sein, dass die Entdeckung eines begrenzten potenziellen Jailbreaks Anlass für den Rückruf eines kommerziellen Modells sein sollte, das bei Hunderten von Millionen Menschen im Einsatz ist“.

In seiner Stellungnahme erklärte Anthropic ferner, dass die den Sicherheitsbedenken zugrunde liegende Forschung von Ingenieuren bei Amazon stamme – einem Investor, aber auch einem bedeutenden Konkurrenten von Anthropic in der KI-Branche.

Hinweis: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Blogbeitrags war der Zugriff auf Mythos 5 und Fable 5 noch immer nicht wiederhergestellt.

Was bedeutet das für die Zukunft?

KI wird bleiben. Und damit müssen auch Regulierungsfragen und Sicherheitsrisiken diskutiert werden. Die Trump-Regierung führte nationale Sicherheitsbedenken als Grund für die Abschaltung der KI-Modelle von Anthropic an. Das scheint ein berechtigter Grund zu sein, oder?

Wenn die US-Regierung das fortsetzt, was sie begonnen hat – nämlich den Einsatz eines „Kill-Switches“ – und andere Regierungen weltweit diesem Beispiel folgen, dann scheinen wir in eine neue Ära der technologischen Souveränität einzutreten. Eine Ära, in der die Hauptfrage nicht mehr lauten wird, wie KI reguliert und wie Sicherheitsrisiken vermieden werden können, sondern eine Ära, in der man als Land oder als Wirtschaftsregion sicherstellen muss, dass man über leistungsfähige technologische Werkzeuge verfügt – selbst wenn einem ausländische Werkzeuge entzogen werden.

Die USA und China dominieren den KI-Bereich, da sie rund 90 % der weltweiten KI-Recheninfrastruktur kontrollieren. Wenn die Anordnung eines „Kill-Switches“ zur Norm wird und keine Ausnahme bleibt, kann dies schwerwiegende Folgen für die europäische digitale Infrastruktur haben.

Durch diese Abschaltung geraten private Unternehmen nun in einen Konflikt zwischen US-Technologieunternehmen und der US-Regierung, ohne dabei überhaupt ein Mitspracherecht zu haben. Die Fortführung des Geschäftsbetriebs unter Abhängigkeit von US-Technologieanbietern wird zunehmend gefährlich.

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Europäische digitale Souveränität

Wenn uns diese Abschaltung eines gezeigt hat, dann ist es die Verwundbarkeit Europas, da es sich größtenteils auf ausländische Anbieter verlässt, insbesondere im Bereich der KI. Was würde passieren, wenn ein weiterer Anbieter beschließt, seinen Dienst über Nacht einzustellen? Welche Unternehmen könnten ohne ihn weiterarbeiten?

Daher gewinnen der Begriff „digitale Souveränität“ und der dahinter stehende Trend zunehmend an Bedeutung und Dynamik, insbesondere in der heutigen Zeit. Immer mehr Menschen und Länder erkennen, dass sie sich viel zu lange auf amerikanische Technologie verlassen haben, und beginnen beispielsweise, sich von Microsoft abzuwenden.

Glücklicherweise wird es auch immer einfacher, sich von den „Big Tech“-Unternehmen zu lösen und sich aus deren Anbieterabhängigkeit zu befreien, da immer mehr Alternativen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus unterstreicht die Schließung von Anthropic einmal mehr die Bedeutung von Open-Source-Anbietern.

Eine dieser europäischen Alternativen ist Tuta, ein Unternehmen, das quantensichere, verschlüsselte E-Mail-, Kalender- und Speicherlösungen entwickelt. Tuta hat nicht nur seinen Sitz in Deutschland, sondern ist auch Open-Source-basiert und DSGVO-konform.

Abschließende Gedanken

Mit einem beispiellosen Schritt zwang die US-Regierung Anthropic zu etwas, was noch kein anderes KI-Unternehmen zuvor tun musste: eine weltweite Schließung. Das markiert einen neuen „Meilenstein“ in der Beziehung zwischen KI-Unternehmen und der US-Regierung. Doch dieser „Meilenstein“ macht vor allem deutlich, dass Europa es sich nicht mehr leisten kann, von amerikanischen Big-Tech-Unternehmen abhängig zu sein. Europa muss technisch und digital souverän werden – insbesondere gegenüber US-amerikanischen KI-Modellen.

Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl europäischer Alternativen, die zeigen, dass eine Welt ohne Abhängigkeit von Big Tech möglich ist. Beginnen Sie jetzt Ihren Weg zur digitalen Souveränität, und gemeinsam können wir ein privates und sicheres Internet aufbauen.

Illustration eines Telefons mit Tuta-Logo auf dem Bildschirm, daneben ein vergrößertes Schild mit einem Häkchen, das die hohe Sicherheit der Tuta-Verschlüsselung symbolisiert.