Apple-Sicherheitswarnung: So schützen Sie sich vor bösartiger Spyware

Wenn Sie kürzlich eine Apple-Sicherheitswarnung auf Ihrem iPhone, iPad oder Mac erhalten haben, befolgen Sie diese Schritte, um Ihr Gerät zu schützen.

Apple Threat Notification, "Apple detected a mercenary spyware targeted at your iPhone. There are actions you can take now to help protect your data and device" follow these steps to protect your Apple device.

Am Donnerstag versandte Apple Warnmeldungen an Nutzer in 110 Ländern, in denen diese darauf hingewiesen wurden, dass sie möglicherweise Ziel einer Hacker-Spionagesoftware geworden sind, die von ausländischen Regierungen eingesetzt wird. Apple versendet diese Benachrichtigungen nur, wenn festgestellt wird, dass ein Apple-Gerät Ziel eines Spionageangriffs durch Söldner geworden ist – einer äußerst ausgeklügelten Art von Cyberangriff. Der Erhalt einer Warnmeldung bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Gerät erfolgreich gehackt wurde. Deshalb ist es wichtig, diese Benachrichtigung ernst zu nehmen und die Anweisungen von Apple zu befolgen. Im Folgenden erklären wir Ihnen genau, was zu tun ist, wenn Sie eine Warnmeldung auf Ihrem iPhone erhalten.


Das Wichtigste zuerst: Wenn Sie eine Apple-Sicherheitswarnung erhalten haben, befolgen Sie diese Schritte

Wenn eine Apple-Bedrohungsbenachrichtigung auf dem Sperrbildschirm Ihres iPhones erscheint, überprüfen Sie, ob diese Benachrichtigung auch in den Einstellungen Ihres iPhones zu finden ist. Apple sendet außerdem eine E-Mail-Benachrichtigung an die E-Mail-Adresse, die Sie mit Ihrem Apple-Konto verknüpft haben.

Screenshots showing an Apple Threat Notification. Image source: Apple Screenshots showing an Apple Threat Notification. Image source: Apple

Wenn du eine echte Apple-Bedrohungsbenachrichtigung auf deinem iPhone erhältst, sollte diese als Benachrichtigung auf deinem Sperrbildschirm erscheinen. Außerdem siehst du oben auf der Einstellungsseite eine Bedrohungsbenachrichtigung. Bilder: Apple.

Wenn Sie diese Benachrichtigungen erhalten haben, ergreifen Sie sofort Maßnahmen, indem Sie den Sperrmodus aktivieren und sich an die Digital Security Helpline wenden.

Screenshots showing how to enable lockdown mode on iPhone. Go to Settings > Privacy & Security > Lockdown Mode > Click Turn On Lockdown Mode. Screenshots showing how to enable lockdown mode on iPhone. Go to Settings > Privacy & Security > Lockdown Mode > Click Turn On Lockdown Mode.

Screenshots showing how to enable lockdown mode on iPhone. Click Turn On Lockdown Mode > Click Turn On & Restart. Screenshots showing how to enable lockdown mode on iPhone. Click Turn On Lockdown Mode > Click Turn On & Restart.

Schritte zum Aktivieren des Sperrmodus auf dem iPhone.

  1. Aktivieren Sie den Sperrmodus, indem Sie zu „Einstellungen“ > „Datenschutz & Sicherheit“ gehen, nach unten scrollen und auf „Sperrmodus“ tippen > auf „Sperrmodus aktivieren“ tippen > nach unten scrollen und erneut auf „Sperrmodus aktivieren“ tippen > auf „Aktivieren & Neustart“ tippen > Ihr Passwort eingeben

  2. Wenden Sie sich an die Digital Security Helpline

Hinweis: Eine echte Apple-Bedrohungsbenachrichtigung fordert Sie nicht dazu auf, auf Links zu klicken, Apps zu installieren, Dateien oder Profile zu öffnen oder Ihr Apple-Account-Passwort oder Ihren Bestätigungscode per E-Mail oder am Telefon anzugeben. Um sicherzustellen, dass die Bedrohungsbenachrichtigung echt ist, müssen Sie sich bei Ihrem Apple-Account anmelden, wo Sie oben auf der Seite eine Bedrohungsbenachrichtigung sehen sollten.

Was sind Apple-Bedrohungsbenachrichtigungen?

Apple-Bedrohungsbenachrichtigungen dienen dazu, Nutzer zu informieren und zu unterstützen, die möglicherweise Ziel eines Angriffs durch Söldner-Spyware geworden sind.

Söldner-Spyware wird von privaten Firmen entwickelt und an Regierungen sowie staatlich geförderte Akteure verkauft, wodurch diese heimlich auf Geräte zugreifen und Kommunikationen wie Telefonate, Nachrichten und E-Mails überwachen können. Diese Art von Angriff ist hochkomplex und extrem kostspielig, was sie zu einer fortgeschrittenen digitalen Bedrohung macht.

Diese Art von Angriffen richtet sich gezielt gegen Personen des öffentlichen Lebens, in der Regel aufgrund ihrer Person oder ihrer Tätigkeit. Dazu gehören beispielsweise Politiker, Aktivisten und Journalisten.

Wie Apple in einem aktuellen Support-Artikel erklärt hat: „Apple-Bedrohungsbenachrichtigungen sind hochgradig zuverlässige Warnungen, dass ein Nutzer gezielt von einem Angriff mit Söldner-Spionagesoftware betroffen ist, und sollten sehr ernst genommen werden. Wir können keine Informationen darüber bereitstellen, was uns dazu veranlasst, Bedrohungsbenachrichtigungen auszugeben, da dies den Angreifern helfen könnte, ihr Verhalten anzupassen, um einer Erkennung in Zukunft zu entgehen.“

Apple hat diese Funktion im Jahr 2021 eingeführt und seitdem Nutzer in insgesamt 150 Ländern benachrichtigt.

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Für Überwachung sind keine Cyberangriffe erforderlich

In Apples Support-Artikel zum Schutz vor Söldner-Spionagesoftware wird darauf hingewiesen, dass die meisten Apple-Nutzer niemals das Ziel solch hochkomplexer Angriffe sein werden – was durchaus zutreffend ist –, doch was Ihnen vielleicht nicht bewusst ist: Man muss nicht Opfer eines Cyberangriffs werden, um Opfer von Überwachung zu werden. Einzelpersonen, Regierungen und Unternehmen sind der Überwachung ausgesetzt, wenn sie Dienste der „Big Tech“-Unternehmen nutzen.

  • Überwachung und Kontrolle auf politischer Ebene

Wenn Regierungen auf Technologieanbieter – meist aus den USA – angewiesen sind, findet Überwachung statt, und der Anbieter hat die Kontrolle. Das perfekte Beispiel hierfür ist der Fall, in dem Microsoft das Outlook-E-Mail-Konto des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) mit Sitz in Den Haag, Niederlande, gesperrt hat. Ein weiteres Beispiel ist der Rechtschef von Microsoft für Frankreich, Anton Carniaux, der zugibt, dass er nicht garantieren kann, dass die Daten französischer Bürger und Unternehmen, die in Microsoft-Rechenzentren in Europa gespeichert sind, vor einem heimlichen Zugriff durch die USA sicher sind. Allein diese beiden aktuellen Beispiele zeigen die Kontroll- und Überwachungsbefugnisse von Microsoft und damit die Notwendigkeit digitaler Souveränität innerhalb der EU.

  • Überwachung und Kontrolle auf individueller Ebene

Wenn Sie Dienste von Tech-Giganten wie Meta, Google oder Microsoft nutzen, erzielen diese ihre Gewinne durch das Nachverfolgen, Sammeln und Verkaufen Ihrer Daten an Dritte wie Werbetreibende, die dann gezielte Werbung schalten. Je mehr Zugriff „Big Tech“ also hat, desto besser.

Selbst wenn Sie eine E-Mail über Gmail oder Outlook versenden, haben diese Unternehmen Zugriff darauf. Auch wenn Sie vielleicht nicht Opfer eines professioneller Spionageangriffs werden, bei dem eine prominente Person ausspioniert wird – Sie werden bereits von den „Big Tech“-Unternehmen ausspioniert, und diese haben bereits Zugriff auf alles, was Sie tun, wenn Sie ihre Dienste nutzen.

Vor diesem Hintergrund solltest du, falls du für deine Kommunikation wie E-Mail und Messenger oder für die Speicherung vertraulicher Dokumente in der Cloud weiterhin „Big Tech“-Anbieter nutzt, einen Wechsel zu privaten Alternativen in Betracht ziehen, die standardmäßig eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten, da dies sicherstellt, dass nur du (und der beabsichtigte Empfänger) auf die Daten zugreifen kannst.

Glücklicherweise gibt es bereits hervorragende Alternativen!

Lesen Sie den vollständigen Leitfaden zum Wechsel von Big-Tech-Produkten

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Sie eine Bedrohungsbenachrichtigung von Apple erhalten, doch die Überwachung ist eine Tatsache

Für den höchst unwahrscheinlichen Fall, dass Sie doch einmal eine Apple-Bedrohungsbenachrichtigung erhalten, wissen Sie nun, welche Schritte zu unternehmen sind. Und wenn Sie Bedenken wegen solcher Bedrohungsbenachrichtigungen haben, sollten Sie aktiv Maßnahmen ergreifen, um die Überwachung durch die Big-Tech-Unternehmen zu unterbinden, denn diese findet jedes Mal statt, wenn Sie deren Produkte nutzen – Sie erhalten nur keine Warnmeldung!

Illustration eines Telefons mit Tuta-Logo auf dem Bildschirm, daneben ein vergrößertes Schild mit einem Häkchen, das die hohe Sicherheit der Tuta-Verschlüsselung symbolisiert.