Mit der neuen KI-Brille von Meta können andere dich heimlich filmen und fotografieren!
Im Internet tauchen immer mehr Videos auf, in denen Frauen ohne ihre Zustimmung oder sogar ohne ihr Wissen mit einer Smart-Brille gefilmt werden. Erfahren Sie mehr dazu in diesem Blogbeitrag.
Was sind die KI-Brillen von Meta?
Im Jahr 2021 brachte Meta seine erste Smart-Brille auf den Markt und zwei Jahre später gemeinsam mit EssilorLuxottica – der Muttergesellschaft hinter Ray-Ban – seine erste KI-Brille. Im Gegensatz zu Virtual-Reality-Brillen oder -Headsets verfügen die Smart-Brillen von Meta nicht über ein Display, auf das Informationen projiziert werden können. Stattdessen sind die Funktionen im Brillengestell versteckt und für Außenstehende nahezu unsichtbar.
Ende Juni 2026 kündigte Meta eine neue Version seiner KI-Brille an, die ein neues Design aufweist, jedoch nicht mehr wie die Vorgängermodelle mit dem Ray-Ban- oder Oakley-Logo versehen ist.
Die KI-Brille von Meta verfügt über eine Reihe von Funktionen wie eine integrierte Kamera und persönliche Lautsprecher, mit denen man freihändig Fotos und Videos aufnehmen oder ein Gespräch live übersetzen lassen kann. Darüber hinaus kann man damit auch Telefonate führen oder Musik und Podcasts anhören.
Wenn Sie die KI von Meta vollständig deaktivieren möchten, finden Sie hier weitere Informationen.
Die Datenschutzprobleme bei Smart-Brillen
Während manche argumentieren mögen, dass Smart-Brillen viele praktische Vorteile bieten, wie das freihändige Aufnehmen von Fotos oder Videos, werden ihre Gefahren immer deutlicher: Menschen können ohne ihre Zustimmung fotografiert oder aufgezeichnet werden, und zwar, ohne dass sie es überhaupt bemerken oder sich dessen bewusst sind.
Gemäß der Datenschutzerklärung von Meta können die von der Smart-Brille aufgezeichneten Sprachinteraktionen gespeichert und mithilfe von maschinellem Lernen verarbeitet werden, um die Produkte zu verbessern; die Daten können bis zu einem Jahr lang aufbewahrt werden, sofern die Nutzer sie nicht früher löschen.
Wenn Sie unabhängig von amerikanischen Big-Tech-Unternehmen wie Meta werden möchten, die vom Verkauf Ihrer Daten profitieren, schauen Sie sich doch einmal Tuta an. Tuta ist ein europäisches Unternehmen, das quantensichere und durchgehend verschlüsselte E-Mail-, Kalender- und Speicherlösungen anbietet. Bei Tuta müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Ihre Daten missbraucht werden. Denn Ihre Daten gehören Ihnen. Und nur Ihnen.
Auch auf Reddit äußern Nutzer ihre Bedenken hinsichtlich der neuen KI-Brille von Meta.
Gesichtserkennung
Laut einem Bericht von „Wired“ hat Meta außerdem still und leise eine Gesichtserkennung in seine Smart-Brillen integriert. Nach einem öffentlichen Aufschrei scheint diese Funktion jedoch wieder kommentarlos entfernt worden zu sein.
In diesem Zusammenhang: Dies ist nicht das erste und auch nicht das einzige Mal, dass das Unternehmen für Kontroversen gesorgt hat. Im April 2026 kündigte Meta die Installation einer Tracking-Software auf den Desktop-Computern seiner Mitarbeiter an, um seine KI zu trainieren. Vor kurzem sah sich Meta heftiger Kritik ausgesetzt, als es „Meta Muse“ ankündigte, seinen neuesten KI-Bildgenerator, der in der Lage sein soll, die Bilder anderer Instagram-Nutzer zu manipulieren.
Stellungnahme von Meta
Meta scheint sich der Datenschutzprobleme bewusst zu sein, die im Zusammenhang mit seiner Smart-Brille aufgetreten sind, da es sogar eine Seite mit häufig gestellten Fragen gibt, „damit sich sowohl die Träger unserer Brille als auch die Menschen in ihrer Umgebung wohlfühlen“. Darin erklärt Meta, dass es nicht erlaubt ist, das LED-Licht abzudecken oder zu deaktivieren. Versucht man dies laut Meta dennoch, wird die Kamera automatisch deaktiviert und erst wieder aktiviert, wenn die LED-Leuchte wieder freigelegt wird. Nach Angaben des Unternehmens ist dies nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen es den Datenschutz in seine KI-Brillen integriert hat.
Wenn man jedoch Richtlinien dazu bereitstellen muss, wie man seine Smart-Brille verantwortungsbewusst trägt, könnte dies ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die eigene Technologie doch nicht so verantwortungsbewusst ist. Vor allem, wenn diese Richtlinien von vielen offenbar ignoriert werden.
Die dunkle Seite der Smart-Brillen
Laut Meta ist die weiße LED-Leuchte – die anzeigt, dass der Träger der Smartbrille gerade aufzeichnet oder ein Foto macht – sowohl bei Tag als auch bei Nacht sichtbar. Allerdings gibt es im Internet verschiedene Anleitungen, die zeigen, wie man das LED-Licht in der Smartbrille deaktivieren kann, sodass es bei Aufnahmen nicht zu sehen ist. Dies veranlasste Meta sogar dazu, einzuräumen, dass man kontinuierlich daran arbeite, die Datenschutzmaßnahmen zu verbessern.
Hinzu kommt, dass die integrierte Kamera der neu erschienenen KI-Brille von Meta es ermöglicht, andere Personen ohne deren Einwilligung zu fotografieren oder zu filmen. Laut einem BBC-Artikel gibt es immer mehr Berichte über Frauen, die von Männern mit Smart-Brillen angesprochen und gefilmt wurden, ohne dass sie es merkten oder ihre Einwilligung gegeben hatten. Die Frauen bemerken erst später, dass sie gefilmt wurden, wenn sie Videos von sich in den sozialen Medien entdeckten.
Da das Fotografieren im öffentlichen Raum allgemein als legal gilt, können die Frauen oft keine rechtlichen Schritte einleiten. Daher bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass die Urheber ihre Videos entfernen.
Angesichts dieser Vorfälle wirkt der Slogan für die KI-Brille von Meta – „Auf Datenschutz ausgelegt, von Ihnen gesteuert“ – wie eine ironische Untertreibung.
Abschließende Gedanken
Meta wird bald nicht mehr der einzige Anbieter von Smart-Brillen sein, da Berichten zufolge auch Google und Apple derzeit an der Entwicklung eigener Smart-Brillen arbeiten. Das bedeutet: Smart-Brillen werden zu einem neuen Bestandteil unserer Realität, und es wird schwieriger werden, zu erkennen, ob sie gerade filmen oder nicht. Mit der Entwicklung von Smart-Brillen können Augen zu Kameras werden.
Daher besteht ein neuer Bedarf an gesetzlichen Regelungen, um dieser Technologie Rechnung zu tragen und einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der sicherstellt, dass wir in der Öffentlichkeit nicht ohne unser Wissen und ohne unsere Zustimmung gefilmt werden. Kurz gesagt: Wir brauchen Gesetze, die unser Menschenrecht auf Privatsphäre schützen, auch wenn wir uns draußen in der Öffentlichkeit aufhalten.